Einteilung von Asthma

Asthma bronchiale ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege, die sich als anfallsartige Verengung der Bronchien mit Atemnot äußert. Man unterscheidet allergisches Asthma und nicht allergisches (intrinsisches) Asthma, daneben gibt es auch Mischformen. Diese entwickeln sich insbesondere aus einem initial allergischen Asthma, wenn im Verlauf der Erkrankung die Symptome immer weniger durch Allergene, dafür mehr durch z.B. Infekte, körperliche Belastung und anderen, nicht-allergenen Faktoren ausgelöst werden.
Mehr allgemeine Informationen über Asthma bronchiale finden Sie auf www.asthma.de

Allergisches Asthma

Bei bis zu 90 % der Asthmatiker ist die Ursache der Erkrankung eine Allergie. In diesen Fällen lösen Allergene wie beispielsweise Pollen, Tierhaare oder Schimmelpilze den Asthmaanfall aus. Die allergische Reaktion wird vom Immunsystem über eine sogenannte Immunglobulin E (IgE)-vermittelte Reaktion ausgelöst.

Entstehung allergischer Symptome, z. B. eines Asthmaanfalls

Abb. 1 Entstehung allergischer Symptome, z. B. eines Asthmaanfalls.

Schweres Asthma

Asthma wird in vier Schweregrade eingeteilt, die von leichtem, gelegentlichem (intermittierendem) (Grad 1) bis schwerem, anhaltendem (persistierendem) Asthma (Grad 4) reichen. Die Schweregrade richten sich nach der Therapie, die benötigt wird, um bei einem Patienten (nahezu) Symptomfreiheit zu erzielen. Damit spricht man von einem schweren Asthma in Stufe vier, wenn das Asthma unter hochdosierten inhalativen Medikamenten unkontrolliert bleibt bzw. gerade noch zu kontrollieren ist.

Das unkontrollierte, schwere (oft allergische) Asthma, unterscheidet sich von anderen Asthma-Formen durch die häufigen und starken Reaktionen. Patienten mit dieser Ausprägung des Asthmas müssen mit intensiven, wiederkehrenden Symptomen zurechtkommen. Sie sind in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt.

Unkontrolliertes Asthma

Bei Patienten unter Therapie geht neben dem Schweregrad der Grunderkrankung vor allem das Therapie-Ansprechen in die Beurteilung eines Asthmas mit ein. Unterschieden werden kontrolliertes, teilweise kontrolliertes und unkontrolliertes Asthma.

Tab. 2 Kriterien für Asthmakontrolle. (Quelle: Global Initiative of Asthma. Global Strategy for Asthma Management and Prevention 2017. http://ginasthma.org/2017-gina-report-global-strategy-for-asthma-management-and-prevention/ . Zuletzt aufgerufen am 20.02.2017.)

Neben der Beurteilung der Asthmakontrolle ist ebenfalls die Einschätzung von Asthmaanfällen und der Einschränkung der Lungenfunktion wichtig, da beide den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können.

Risiken, die zu Asthmaanfällen führen können sind:

  • Ein unkontrolliertes Asthma
  • Starker Gebrauch der Notfallmedikation (über einen Kanister Notfallspray mit 200 Dosen pro Monat)
  • Unzureichende Behandlung mit inhalativen Steroiden (unzureichende Verschreibung, unregelmäßige/unzureichende Anwendung, falsche Handhabung)
  • Reduzierte Lungenfunktion (FEV1), insbesondere, wenn diese <60% des Sollwertes entspricht
  • Größere psychologische oder sozioökonomische Probleme
  • Rauchen, Passivrauchen
  • Ständiger Kontakt mit Allergenen, gegen die eine Sensibilisierung vorliegt
  • Begleiterkrankungen: starkes Übergewicht, Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien
  • Verstärkte Eosinophilenvermehrung (bestimmte Entzündungszellen im Blut und in der Lunge)
  • Schwangerschaft
  • Ein oder mehr Asthmaanfälle in den letzten 12 Monaten 
  • Jemals einen Asthmaanfall, der in der Intensivstation oder mit künstlicher Beatmung behandelt werden musste

Der Verlauf der Erkrankung kann variieren, denn der Schweregrad wird auch von äußeren Faktoren wie Lebenssituation oder Jahreszeit beeinflusst. Der Grad der Asthmakontrolle sollte deshalb regelmäßig überprüft werden. Die Therapie richtet sich nach dem jeweiligen Grad der Asthmakontrolle und wird schrittweise intensiviert bzw. reduziert.

Sie haben einen Patienten mit Verdacht auf schweres oder unkontrolliertes Asthma?
In diesen Fällen kann eine Kooperation mit dem Netzwerk Schweres Asthma besonders wertvoll sein. Treten Sie mit uns in Kontakt!

Weitere Informationen zu asthmatischen Erkrankungen finden Sie auf www.asthma.de