Asthmakontrolle auch bei schwerem Asthma

Die medikamentöse Therapie soll die asthmatische Entzündung dauerhaft hemmen und die akuten Beschwerden verringern. Hierzu werden Langzeitmedikamente zur Entzündungshemmung sowie im Bedarfsfall Medikamente zur Erweiterung der Bronchialmuskulatur eingesetzt. Ziel ist es, mit möglichst geringer Menge an Medikamenten eine möglichst gute Symptomkontrolle zu erreichen auch bei schwerem Asthma.

Stufenschema der Asthma-Therapie

In den Nationalen Versorgungsleitlinien sind fünf Therapiestufen festgelegt, um die Asthmakontrolle zu erreichen. Die stufenweise Anpassung der Behandlung orientiert sich dabei am Grad der Krankheitskontrolle.

Tab. 1 Eine Veränderung der Behandlungsstufe nach oben oder nach unten sollte nur schrittweise erfolgen. Ein plötzliches Absetzen von Medikamenten kann die Erkrankung verstärken. (Quelle: verändert nach Patienten-Leitlinie zur NVL Asthma, 2. Auflage, 2011 und Global Initiative of Asthma. Global Strategy for Asthma Management and Prevention 2017. http://ginasthma.org/2017-gina-report-global-strategy-for-asthma-management-and-prevention/ . Zuletzt aufgerufen am 20.02.2017.)

Therapie bei schwerem Asthma

Für die Basistherapie des schweren Asthmas empfehlen internationale und deutsche Leitlinien ein anti-entzündliches Kortisonpräparat in hoher Dosis sowie ein langwirksames, die Bronchien erweiterndes Medikament je zur Inhalation.
Ist das Asthma unter dieser Basistherapie nicht kontrolliert, sollten Patienten mit wiederholten Asthmaanfällen zusätzlich eine Therapie mit Tiotropium erhalten. Alternativ erfolgt bei Patienten mit unkontrolliertem Asthma trotz hochdosierter Basistherapie nach neuer wissenschaftlicher Erkenntnis eine genaue Unterscheidung der Asthma(phäno)typen, um bei weiteren Symptomen eine zielgerichtete Therapie beginnen zu können. D.h. bei Patienten mit schwerem Asthma und einer allergischen Komponente (schweres allergisches Asthma) oder mit hohen Eosinophilen-Werten im Blut (schweres eosinophiles Asthma) kann eine Zusatztherapie mit einem Biologikum helfen.
Zusätzlich können bei schweren Asthmaanfällen Kortikosteroide in Tablettenform notwendig werden. Wenn trotz der bisherigen Therapie keine ausreichende Asthmakontrolle erreicht werden kann, sind Kortisontabletten auch dauerhaft anzuwenden. Ist dies erforderlich, sollte die Therapie mit der niedrigsten, gerade noch wirksamen Dosis erfolgen.
Darüber hinaus werden bereits weitere Behandlungsmethoden klinisch erforscht. Erkundigen Sie sich gerne, welche Zentren des Netzwerks Schweres Asthma an den Studien beteiligt sind.

Zusammenarbeit mit dem Netwerk Schweres Asthma

Vermutet der behandelnde Arzt bei einem Patienten ein schweres Asthma, besteht die Möglichkeit, den Patienten in ein Zentrum des Netzwerks Schweres Asthma zu überweisen. Dort kann der Verdacht mit ergänzender Diagnostik überprüft werden. Ist eine Biologikum-Therapie angezeigt, kann das Zentrum die Therapie beginnen. Der behandelnde Arzt und das Zentrum sprechen sich dann ab, wer die Behandlung fortsetzt.
Je nach Erfordernis wird das Biologikum alle zwei bis vier Wochen unter die Haut gespritzt. Nach der ersten Gabe kann es bis zu 16 Wochen dauern, bis die volle Wirkung einsetzt. Ist dieser Zustand aber einmal erreicht, sind die Ergebnisse sehr überzeugend. Gerade eine langfristige Behandlung ist sehr erfolgversprechend.

Das Ziel der Therapie ist die bestmögliche Asthmakontrolle mit – im Idealfall – völliger Symptomfreiheit. Es sollten keine Notfallbehandlungen wegen Asthma notwendig werden.

Patient, 17 Jahre

„ ...dass die Pollen wieder fliegen, davon habe ich gar nichts mitgekriegt"

Patient, 17 Jahre

Hat aufgrund seines schweren Asthmas ein Biologikum erhalten.