Diagnostik von unkontrolliertem schwerem Asthma

Ob bei dem Patienten ein unkontrolliertes schweres Asthma vorliegt, wird über die Anamnese und die Verlaufsdiagnostik festgestellt. Ist die Therapie eingeleitet, wird der Grad der Asthmakontrolle nach den Kriterien der aktuellen Leitlinien regelmäßig überprüft. Der Grad der Asthmakontrolle dient der Beurteilung, ob die Therapieziele erreicht wurden oder eine Anpassung der Behandlung notwendig ist.

Erfassung der Lebensqualität

Bei unkontrolliertem schwerem Asthma ist die Einschränkung der Lebensqualität und körperlichen Leistungsfähigkeit oft erheblich. Die Erfassung dieser subjektiv empfundenen Einschränkung ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik. Sie sollte mit Fragebögen erhoben werden, die auf die individuellen Lebensbedingungen der Asthmapatienten zugeschnitten sind. Bekannte Fragebögen sind beispielsweise der Asthma Quality of Life Questionnaire (AQLQ) oder der Childhood Asthma Questionnaire (CAQ). In einigen Fällen wird auch der St. George's Respiratory Questionnaire (SGRQ) verwendet.

Beurteilung der Asthmakontrolle

Viele Patienten gewöhnen sich an das ständige Husten, Pfeifgeräusche, sogar an Atemnotanfälle und Klinikbesuche. Im Arzt-Patienten-Gespräch erachten sie die Beschwerden dann nicht mehr für erwähnenswert oder nehmen sie gar nicht mehr wahr. Für ein möglichst genaues Bild der Asthmakontrolle ist es deshalb erforderlich, konkrete Fragen zu stellen. Dazu gibt es standardisierte Fragebögen, die das Gespräch unterstützen, z. B. den Asthma Control Test (ACT) und den Asthma Control Questionnaire (ACQ).

Weitere Untersuchungen

Neben der Beurteilung von Lebensqualität und Asthmakontrolle werden weitere diagnostische Maßnahmen durchgeführt, um eine optimale Therapie zu gewährleisten.

Dazu gehören:

  • Lungenfunktionsmessungen (Spirometrie und Ganzkörperplethysmographie)
  • Allergietest (Haut-Prick-Test oder spezifische IgE-Bestimmung aus dem Blut)
  • Messung der Gesamtmenge des Antikörpers IgE im Blut
  • Eventuell die Messung von Stickoxid (NO) in der Ausatmung

Mehr Details zu den Diagnostikmethoden finden Sie auf www.asthma.de

Hilfreiche Zweitmeinung

Nur bei exakter Diagnosestellung kann die jeweils effektivste Therapie gefunden werden. Um schweres Asthma zweifelsfrei zu diagnostizieren, muss gründlich und systematisch dabei vorgegangen werden, andere Erkrankungen auszuschließen bzw. zusätzliche Erkrankungen zu erkennen. Eine fachliche Zweitmeinung durch das Netzwerk Schweres Asthma kann dabei zu größerer Sicherheit beitragen.

Weitere Informationen zu asthmatischen Erkrankungen finden Sie auf www.asthma.de